Die Zeit in Zatouna wurde
für ihn eine kompositorisch sehr fruchtbare, allein schon
aus seinem Überlebenswillen heraus. Nicht weniger als elf
Zyklen entstanden hier, die unter dem Gesamttitel: Arkadia"
eine Schaffenseinheit bilden.
Arkadia
II und III" greifen Texte seines Freundes Manos Eleftheriou
auf, die Theodorakis heimlich zugeschmuggelt worden waren. Arkadia
II" fußt auf: Der Basar des Mörders",
Arkadia III" auf Für Mutter
und Freunde". Die beiden Zyklen haben balladesken Charakter.
Eleftheriou beruft sich darin auf François Villon. Sie
spiegeln in ihrer Stimmung und ihrer Geisteshaltung exakt die
Trauer, die Bitterkeit und den Groll des Komponisten gegenüber
der Junta, weil sie jenen Geist der Freiheit und der kreativen
Freude zerschlagen hatte, der für Theodorakis' Werke vor
der Diktatur so charakteristisch war und seinen schönsten
Ausdruck in den Kleinen Zykladen" gefunden hatte.
Der
Zyklus Arkadia II" wurde im Januar und Februar
1969 komponiert.
Schon mit den orientalischen
Klängen des ersten Liedes, Drei Flüsse",
das auf einer pentatonischen Tonleiter fußt, ist die elegische
Stimmung festgelegt. Diese wird dann zu einem walzerartigen
9/8-Traum in Das Orakel", dessen Melodie später
Grundlage für die große Arie der Medea werden soll,
wenn diese sich entschließt, ihre Kinder zu töten.
Die orientalische Stimmung kehrt gleichzeitig mit der Melodie
des zweiten Liedes in Der Verrat" zurück,
während Der Basar des Mörders" so
dramatisch ist, wie es der Titel verheißt. Vor dem bedrohlichen
Marsch der Männer in Schwarz" greift
ein pianistisches Intermezzo wieder auf die 9/8-Melodie
zurück. Der Wind und die Nacht" nimmt
die Pentatonik des Anfangs auf, aber da die Rhythmik völlig
verschieden ist, nähert sich das Lied der byzantinischen
Musik an. In Das letzte Wort" taucht neues
melodisches Material in der Form von drei fallenden Noten auf.
Ich nahm den Weg des Räubers" führt
dagegen auf den Marschrhythmus von Männer in Schwarz"
zurück. Im Schlusslied: Jene, die kommen werden",
überwiegt, trotz allem, die Hoffnung, denn auf tragische
Worte setzt Theodorakis den Rhythmus des Tsamikos, der aufs
engste mit den männlichen griechischen Tänzen verbunden
ist und von ihm immer dann eingesetzt wird, wenn er seiner Unbeugsamkeit
und seiner Hoffnung Ausdruck gibt. Man erinnere sich nur an
den Schlussteil von Axion Esti".
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