Die wichtigste Arbeit an diesem Werkverzeichnis
bestand in der richtigen Datierung und damit auch Numerierung der
Theodorakis-Werke. Da die Numerierung auf ganz bestimmten - und zum Teil
subjektiven - Kriterien beruht, möchte ich diese im folgenden kurz erläutern. Die
Subjektivität meiner Kriterien bedeutet aber auch, daß die von mir vorgeschlagene
Numerierung eine von vielen möglichen ist, weshalb ich sie der Ordnung halber
als AST-Numerierung bezeichne.
In Zukunft
werden sicher andere Forscher bislang unbekannte Werke ausfindig machen,
Datierungen bislang undatierter Werke herausfinden und vielleicht auch eine
andere Numerierung vornehmen müssen. Bei dem Umfang des Theodorakisschen Werks
ist das nicht unwahrscheinlich.
Hier nun
meine Kriterien, die ich als Grundlage für das vorliegende Werkverzeichnis
verwendet habe...
1. Datierung
Grundlegendes
Ordnungsprinzip dieses Werkverzeichnisses ist die Chronologie. Im Hauptteil des
Buches sind die Werke von Theodorakis in der Reihenfolge ihrer Entstehung
aufgeführt. Dabei erscheinen Kompositionen, deren Entstehungszeit belegt ist,
vor solchen, deren Datierung nicht gesichert ist (19...?), und diese wiederum
vor den Werken, für die eine Datierung nur ungefähr angegeben werden kann (um
19...). Bei gleicher Datierung sind die einzelnen Werke nach Gattungen geordnet
(Orchesterwerke, Oratorien, Kammermusik, Theatermusik, Ballette, Filmmusik,
Mehrstimmige Gesänge, Kirchenmusik, Lieder), es sei denn der Komponist konnte
sich der Reihenfolge ihrer Entstehung genau erinnern (wie im Falle des Jahres
1955). Ausschlaggebend bei Kompositionen, deren Entstehung sich über mehrere
Jahre hinzog, ist deren Beginn. Davon ausgenommen sind Liedzyklen, bei denen
von Ausschlag ist, wann der Komponist sie als solche zusammenfügte, auch wenn
das eine oder andere früher oder später entstandene Lied letztendlich in den
Zyklus Eingang fand. So wurden z.B. im Zyklus "Taxidi messa sti
nichta" von 1976-78 zwei Lieder (allerdings mit neuem Text) von 1942 mit
aufgenommen oder in den Zyklus "Archipelagos" von 1959 wurde ein Lied
aus dem Film "Honeymoon" von 1957 mit aufgenommen. Die Gründe dafür
waren wohl zum einen das Bestreben des Komponisten, wichtige Lieder aus Film-
und Theatermusiken einem breiteren Hörerkreis bekannt zu machen, und zum
anderen sie in seinen Lied-Plattenveröffentlichungen zu veröffentlichen. Wenn
als einzige Datierung eines Werks nur das Datum seiner Fertigstellung am Schluß
einer Komposition vorliegt, dann wird diese als alleiniges Datierungsmerkmal
übernommen.
Etwa 80
Werkeinheiten sind entweder nicht datiert oder existieren überhaupt nicht im
Archiv, was ein riesiges Problem für die Datierung und damit Numerierung
bedeutete. In diesen Fällen mußte ich eigenständig und in gewisser Weise
"willkürlich" entscheiden. Ich mußte andere Anhaltspunkte für die
Datierung finden, wobei ich um ihre Fragwürdigkeit weiß und darum versucht
habe, sie mit anderen - im folgenden kurz skizzierten - Informationen zu
kreuzen:
- Aussagen
von Theodorakis (historische Interviews in diversen Zeitungen und
Zeitschriften, Anhaltspunkte aus seiner Autobiographie, dem „Chreos" (Mein
Leben für die Freiheit) und alle anderen Büchern mit entsprechenden
Informationen, Zeitungsartikel, eigene Tonbandinterviews, die ich mit ihm zu
konkreten Werken führte)
- Das
Datum der jeweiligen Uraufführung eines Werks gab mir insofern einen
Ansatzpunkt, als daß, wenn das Werk im selben Jahr wie die Uraufführung
entstanden war, ich eine monatliche Eingrenzung hatte.
-
Zeitungsartikel über Theodorakis sowie über Aufführungen seiner Werke, die
oftmals Informationen über in Arbeit befindlichen Theodorakis-Kompositionen
beinhalteten.
- Texte
auf Plattencovern und auf CD-Booklets, die manchmal Aussagen zur
Entstehungsgeschichte des jeweiligen Werks enthielten.
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