Theodorakis - Chronologie (I - II)

Kindheit 1925-1938 - Jugend 1938 ff

von Asteris Koutoulas

Gliederung und Illustrierung: Guy Wagner

1922


Die griechische Intervention in der Türkei ist der Höhepunkt des griechisch-türkischen Krieges (1919-1922). Nach dem Sieg der Armee Kemal Atatürks über die griechischen Truppen (»Kleinasiatische Katastrophe«) vereinbart die Friedenskonferenz von Lausanne (1923) einen Bevölkerungsaustausch, der 1,5 Millionen Griechen zwingt, ihre Heimat in Kleinasien (Smirni, Ostthrakien, usw.) zu verlassen.

Bereits vor dessen Unterzeichnung fliehen Tausende von Griechen - darunter auch Aspasia Poulakis, die Mutter von Theodorakis, mit ihrer Familie - vor den türkischen Truppen auf die griechischen Inseln. König Konstantin muß abdanken.

1924


Ausrufung der Republik.

Mikis mit seiner Mutter


1925

29.07. Mikis (eigentlich Michail) Theodorakis wird am auf Chios geboren. Der Vater stammt aus dem Dorf Galata auf Kreta, die Mutter aus der kleinasiatischen Stadt Tschesme.

Der Vater, Anhänger von Venizelos, wird von jeder neuen Regierung, die entweder von Monarchisten oder Venizelisten gebildet wird, an einen anderen Dienstort versetzt. Noch im selben Jahr zieht die Familie nach Mitilini, der Hauptstadt der Insel Lesbos.

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1928


Venizelos wird Ministerpräsident (bis 1932). Für einige Monate lebt die Familie Theodorakis auf der ägäischen Insel Siros.

Mikis mit seinem Vater

In Mitilini wird Mikis drei Jahre alt.

1929


Umzug der Familie von Siros nach Athen.


1930


Der Vater wird stellvertretender Gouverneur im nordwestlichen Bezirk Griechenlands Ipiros. Die Familie siedelt nach Ianena (Ioannina), der Bezirkshauptstadt, über.

1932


Mikis' Bruder Jannis (Jannakis) wird in Ianena geboren. Nach Venizelos' Wahlniederlage im September bildet die Volkspartei unter Tsaldaris zusammen mit den Parteien von Metaxas, Kondylis und Chatzikyriakos die neue Regierung.

1933


Die Neuwahlen Anfang März besiegeln Venizelos' endgültige politische Niederlage. Im Juni wird der Vater nach Argostoli versetzt, der Hauptstadt von Kefalonia, einer Insel im Ionischen Meer. Theodorakis besucht hier die vierte bis sechste Klasse, singt im Kirchenchor und wird mit der byzantinischen Liturgie vertraut.

1935


Nach einer Reihe von Staatsstreichen und politischen Wirren findet im November eine Wahlparodie statt, die zur monarchistischen Restauration unter König Georg II. führt.

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 1936


Anfang des Jahres wird der Vater wieder nach Ianena  (Ioannina) versetzt, wo die Familie nur einige Monate bleiben kann. Nachdem der General Ioanis Metaxas, den der König im April zum Premierminister ernannt hatte, durch einen Putsch an die Macht kommt und eine Militärdiktatur aufbaut, muß der Vater nach Argostoli zurückkehren.

1937


Im Juni günstige Versetzung des Vaters nach Patra, der größten Stadt von Peloponisos (Peloponnes). Theodorakis besucht das Gymnasium, singt im Schulchor und lernt Geige. Es entstehen erste Kompositionen.


1939


Im Sommer siedelt die Familie nach Pirgos über, einer Stadt an der Westküste von Peloponisos. Theodorakis wird Mitglied der Nationalen Jugendorganisation EON, die faschistisch orientiert ist. Er gründet ein Mundharmonikaorchester und beschäftigt sich immer intensiver mit Musik.

1940

Im Sommer mussdie Familie Theodorakis nach Tripolis, der Hauptstadt Arkadiens auf Peloponisos, umziehen.



© Asteris Koutoulas & Guy Wagner. Übernahme nur nach Genehmigung und mit Link auf die Theodorakis Homepage möglich!