Theodorakis - Chronologie (XX)

Der letzte Kampf  2014 sq.

von Guy Wagner

 Illustrierung: Guy Wagner



2014

 
01.01. Griechenland übernimmt für sechs Monate den Vorsitz der EU.

04.05. 11 Monate nach der Schließung von ERT, wird ein neues öffentliches griechisches Sendenetz (New Greek Radio, Internet et TV) in Betrieb genommen.

14.05. In einer Erklärung, wiederholt Theodorakis, was er bereits am 9. Mai gesagt hat: Es wird keine Partei unterstützen und ist nicht Kandidat für die Europawahlen vom 25.

18. & 25.05. Bei den Kommunal- und Regionalwahlen ist SYRIZA zum ersten Mal in seiner Geschichte siegreich in Attica in der Region der Ionischen Inseln.

25.05. SYRIZA, unter der Führung von Alexis Tsipras, triumphiert am selben Tag in der Europawahlen mit 6 Sitzen, davon einen für Manolis Glezos (Die ND hat deren nur 3).

 11.10. Antonis Samaras gewinnt eine Vertrauensabstimmung (mit 155 zu  131 Stimmen).

27.11. Die griechischen Gewerkschaften rufen einen Generalstreik aus, um gegen die Sparmaßnahmen der Regierung zu protestieren. Dieser Streit lähmt den Gesundheitssektor, das Bildungs- und das Transportwesen

02.12. Griechischen Anarchisten stecken einem öffentlichen Bus und mehrere Fahrzeuge in Brand. Es kommt zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei im Zentrum von Athen, anlässlich der Sympathiekundgebung für einen Gefangenen, Nikos Romanos, der im Hungerstreik ist.

08.12. Das Budget für das Jahr 2015 wird mit 155 Stimmen gegen 134 angenommen.Samaras beschließt, die für März 2015 vorgesehenen Präsidentschaftswahlen  in den Dezember 2014 vorzuverlegen Diese Wahl stellt ein hohes Risiko dar, da das Parlament den Präsidenten in spätestens drei Wahlgängen bestimmen muss, ansonsten neue Parlamentswahlen abgehalten werden müssen: »Ein schockierendes Lügner-Poker-Spiel, das die Griechen desorientiert«, stellt die französischen Zeitung Le Monde fest.

 Bildergebnis für stavros dimas Stavros Dimas

29.12. Stavros Dimas, ehemaliges Mitglied der Europäischen Kommission, scheitert auch im dritten Wahlgang als Kandidat des ND. Der Präsident der Republik löst das Parlament auf, wie es die Verfassung erfordert: Die Wahlgänge begannen am 17. Die vorgezogenen Parlamentswahlen werden auf den 25 Januar festgelegt.

Die Bilanz am Ende des Jahres ist katastrophal:
 
1.000.000 verlorene Arbeitsplätze, 30% Schlließungen von Unternehmen, 38% Rückgang der Löhne, 45% Kürzung der Renten, 25% Rückgang des BIP, um 30% niedrigere Haushaltseinkommen; 42,8% Anstieg der Kindersterblichkeit, 190,5% Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenrate -, diese betrifft 30% der arbeitenden Bevölkerung und 60% bei jungen Menschen - 272,7% Steigerung der Preise durch die Depression, 35,5% Anstieg der öffentlichen Schulden, 84,3% Reduktion der Bautätigkeit ... und durchschnittlich 2 Selbstmorde jeden Tag.

Ende 2014 liegt die Bruttostaatsverschuldung bei 177,10% des BIP. Für Frankreich liegt sie bei 95%, für Deutschland bei
74,7. Demnach erfüllen die beiden großen »Levitenleser« auch nicht die Maastricht-Kriterien. Übrigens: Sie haben dies bisher noch nie getan.


2015


Zu Beginn des Jahr, liegt Griechenlands Schuld zu 80% in öffentlicher Hand. Die Gläubiger sind, in dieser Reiehenfolge: die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF),  mittlerweile zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) geworden, der Europäischen Staaten, der IWF und die EZB.

03.01. Der ehemalige griechischen Premierminister George Papandreou kündigt die Gründung einer neuen Partei an (Bewegung Sozialistischer Demokraten  - Κίνημα Δημοκρατών Σοσιαλιστών), die an den nächsten Wahlen teilnehmen wird.

06.01. In einer öffentlichen Erklärung, wiederholt Mikis Theodorakis: »Ich bleibe Anti-Memorandum!« Er sagt unter anderem: »Um der Wahl ihre Gültigkeit zu geben, hier und jetzt, und nur solange die Regierung dies tut, ist das erste, was getan werden muss, das Gesetz (des Memorandums) im Parlament zu Fall zu bringen, um eine dauerhafte und vollständige Befreiung des Landes von allen belastende Bedingungen des Memorandums zu erzielen. Deshalb finde ich es undenkbar anzunehmen, dass eine linke Partei unsere nationale Unabhängigkeit an Ausländer ausliefern könnte.«

Résultat de recherche d'images pour "syriza"Der Sieg der SYRIZA-Partei

25.01. Das Ergebnis der Parlamentswahlen ist ein Triumph der gegen die Sparmaßnahmen gerichteten linken Partei SYRIZA, die mit 36,34% der Stimmen und 149 Abgeordneten von 300 siegt. Diese Abstimmung ist zugleich eine Verurteilung von ND (minus 53 Sitze) und von der PASOK (minus 20 Sittze). Papandreous Partei ist nicht einmal im Parlament vertreten.

26.01. Alexis Tsipras gelingt es, eine Koalition mit den rechtsgerichteten Unabhängigen Griechen (AN.EL.) zu bilden, und zum Ministerpräsidenten ernannt zu werden. Es. ist der erste Regierungschef in der Geschichte  Griechenlands, der sich weigert, den Eid auf die Bibel und vor einem Popen abzulegen.

Résultat de recherche d'images pour "mikis theodorakis" Theodorakis mahnt

26.01. Zwar beglückwünscht Theodorakis SYRIZA doch mahnt er: »Wir dürfen nicht vergessen, dass das griechische Volk in seiner Mehrheit erwartet, dass eine vollständige Veränderung des Systems ist in Übereinstimmung mit den expliziten Verpflichtungen und Wahlversprechen, insbesondere von SYRIZA, doch auch von AN.EL, das Memoranden abzuschaffen, ein Ende der Politik der Troika und des unerträglichen Drucks von außen herbeizuführen. Dies ist der wesentliche Grund, weshalb SYRIZA so viele Wähler, Feinde der  der politischen Morandum-Parteien, die seit 2010 in Griechenland dominiert haben,um sich scharen konnte.« 

Alexis Tsipras et Yanis Varoufakis

 27.01. Vereidigung der neuen Regierung: Premierminister: Alexis Tsipras, Vizepremier: Giannis Dragasakis, Finanzminister: Yanis Varoufakis, Verteidigunsminister Panos Kammenos von AN.EL.

Résultat de recherche d'images pour "varoufakis dijsselbloem" Der unheimliche Holländer

30.01. Alexis Tsipras und Yanis Varoufakis haben eine Unterredung mit dem niederländischen Vorsitzenden der Eurogruppe Jeroen Dijsselbloem und erteilen ihm eine Abfuhr, indem sie erklären, dass sie sich weigern, mit der Troika (EU-Finanzminister, IWF und EZB) zusammenzuarbeiten. Stattdessen fordern sie direkte Gespräche mit anderen europäischen Ländern.

31.01. Für Mikis Theodorakis ist diese Haltung ein»Moment nationalen Stolzes.«  

10.02. Theodorakis warnt: »Die Banken bringen den Faschismus nach Europa zurück!«

 Résultat de recherche d'images pour "Προκόπης Παυλόπουλος"Der neue Préäsident


18.02. Das Parlament wählt Prokopis Pavlopoulos
zum neuen Präsidenten der Hellenischen Republik mit 233 Stimmen gegen 30 für Nikos Alivizatos.

19.02. Griechenland bittet seine Partnern in der Eurozone um eine 6-monatige Verlängerung des Leihvertrages. Deutschland lehnt die Anfrage ab.

20.02. Die griechische Regierung und die EU-Finanzminister erreichen eine grundsätzliche Einigung iüber die Verlängerung des Darlehensvertrags um vier Monate.

 23.02. Theodorakis: »Sagt OXI zum NEIN von Schäuble!«  

 

Résultat de recherche d'images pour "theodorakis tsipras"Tsipras besucht Theodorakis

24.02. Alexis Tsipras besucht Theodorakis in dessen Wohnung.

24.02. Griechenland legt der Kommission eine Liste mit 11 Reformen vor, um den Darlehensvertrag zu verlängern.

26.02. In einem offenen Brief übt Theodorakis Kritik an der SYRIZA-AN.EL- Regierung und fordern die Menschen auf, an einer Anti-Memorandum-Demo der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) am 27. Februar teilzunehmen. Er erklärt, dass er den Vorschlägen der KKE, alle Memoranden zwischen Griechenland und den EU Banken abzuschaffen, zustimmt.

Im Mai haben die Griechen 3 Milliarden von ihren Bankkonten abgehoben. 

04.06. Die Beamten der Regierungspartei SYRIZA erklären, dass sie das in letzter Minute von den Kreditgebern vorgeschlagene Abkommen nicht annehmen können.

07.06. Auf der Tagesordnung der Chefs der G7-Länder in Deutschland steht auch die Krise der griechischen Staatsschuld.

11.06. Neubelebung des griechischen staatlichen Rundfunks und Fernsehens, ERT, zwei Jahre nach seiner Schließung durch die Regierung Samaras.

05.06. Griechenland und die Kreditgeber verhärten ihre Position nach dem Scheitern der Verhandlungen zur Vermeidung eines Bankrotts von Griechenland.

19.06. Die Europäische Zentralbank (EZB) steigert um 1,1 Mrd € die Höchstgrenze für die Finanzierung der griechischen Banken auf 84,1 Milliarden.

21.06. Alexis Tsipras unterbreitet den europäischen Partnern neue Vorschläge, darunter drei verschiedene Mehrwertsteuersätze.

24.06. Nach weniger als einer Stunde, werden die Gespräche in der Eurogruppe unterbrochen. Die Teilnehmer erwarten eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Institutionen am nächsten Tag, falls die Gespräche wieder aufgenommen werden.

26.-27.06. Nach Nichtzahlung einer Schuld an den IWF, gibt Alexis Tsipras seinen Willen kund, über die Vorschläge der Gläubiger durch ein Referendum abstimmen zu lassen.

Résultat de recherche d'images pour "fermeture des banques grecques"Schlangestehen für 60 €

 28.06. Die Abstimmung im griechischen Parlament ergibt 178 Stimmen gegen 120 Stimmen zugunsten des Vorschlags der Regierung, ein Referendum am 5. Juli abzuhalten. Diese kündigt die Schließung der Banken und der Athener Börse an. Die Grenze der Bargeldabhebung an Geldautomaten wird auf 60 Euro pro Tag festgelegt.

30.06. Griechenland bezahlt eine Rate von 1,6 Milliarden € an den IWF nicht.

01.07. A. Tsipras schickt einen Brief an die Kreditgeber, in dem er erklärt,  ein neues Programm unter bestimmten Bedingungen zu akzeptieren.

Résultat de recherche d'images pour "referendum grece"Überwältigender Sieg des NEIN
 
05.07. Griechen stimmen mit überwältigender Mehrheit im Referendum gegen diese Bedingungen (61,3% OXI). Finanzminister Yanis Varoufakis, tritt in der Folge zurück, ebenso der Führer der ND Antonis Samaras.
 
08.07. Die EU gibt
der griechischen Regierung eine Frist bis zum 10., um einen neuen Vorschlag zu machen, der auf einem außerordentlichen Gipfel, am Sonntag, den 13. diskutiert werden soll.
 
10.07. Laut einem griechischen Vorschlag, soll das Rentenalter auf 67 Jahre erhöht werden, und denjenigen, die mit 62 in Rente gehen wollen, wird die Rente um 15%
gekürzt.

11.07. Das griechische Parlament stimmt wirtschaftlichen Maßnahmen gegen die Schuldenkrise zu.

13.07. Nach 17 Stunden Diskussionen, erfolgt eine Vereinbarung zwischen Griechenland und der Eurogruppe. Die Bedingungen sind sehr hart für die Griechen.

15.07. In der Nacht stimmt die griechische Abgeordnetenkammer eine Reihe von Maßnahmen zu. 39 Parlementarier der SYRIZA-Partei stimmen dagegen.
Tsipras nimmt eine Regierungsumbildung vor. Dank einer Soforthilfe, ist Griechenland in der Lage, den IWF zurückzuzahlen.

Résultat de recherche d'images pour "stavros theodorakis"Stavros Theodorakis

18.07. In einem SPIEGEL-Interview sagt Stavros Theodorakis,der Gründer der Partei TO POTAMI (Der Fluss): »... ich würde derzeit Finanzminister Schäuble nicht vorschlagen, seien Urlaub in Griechenland zu verbringen.«

20.07.Griechenland verlässt den Zustand der »technischen Insolvenz« nach der Zahlung des Rücknahmepreises an den IWF. Die griechischen Banken eröffnen wieder.
 
22.07. Das griechische Parlament stimmt einem Notfall-Gesetzentwurf über die
auf dem Gipfel in Brüssel am 13. Juli vereinbarten Maßnahmen zu. 36 SYRIZA-Parlamentarier stimmen dagegen.

27.07. Der Bürgermeister der Gemeinde Apokoronas, Charalambos Koukianakis, teilt Mikis Theodorakis die Entscheidung mit, das Stadttheater Emprosnero in »Theater Mikis Theodorakis« umzubenennen.
 
27.- 31.07. Das zweite Programm des griechischen Rundfunk 103,7 feiert den 90. Geburtstag Jahre von Theodorakis mit Specials, Interviews, Konzerten, Ehrungen, unveröffentlichten Aufnahmen aus dem Archiv des Griechischen Radios.

28.08. Theodorakis' Gattin Myrto wird für fünf Tage ins Krankenhaus eingeliefert.

29.07. Mikis Theodorakis fühlt sich nicht gut und "feiert" zurückgezogen seinen 90. Geburtstag.

31.07. Asteris Koutoulas zeigt eine eine Vorabfassung von "Dance Fight Love Die", eine filmischen Montage über das Leben von Mikis Theodorakis im Berliner Kino Babylon. Anderntags zeigt er dort sein politisch-künstlerischer Filmessay über die griechische Krise, "Recycling Medea" von 2014, mit der Musik von Theodorakis.

03.08. Am ersten Handelstag nach ihrer fünfwöchigen Zwangspause bricht die griechische Börse so stark ein, wie nie zuvor. Nach zwei Stunden erholt sie sich etwas auf -18,05%.

11.08. Die Verhandlungsführer von Athen, von der Kommission, der EZB und des IWF finden eine Vereinbarung über einen dritten globalen Hilfsplan für Griechenland.

13.08. Die griechische Wirtschaft wächst im zweiten Quartal schneller als die der USA und Großbritannien, auch wenn dieses Wachstum von einem deutlichen Rückgang der Preise angetrieben wurde.

14.08. Premier Tsipras kann im Parlament das dritte Rettungspaket nur dank der Opposition durchbringen. 222 Abgeordnete stimmen dafür, 64 dagegen – darunter mehr als 40 Mitglieder von Syriza, inklusive Ex-Finanzminister Yannis Varoufakis  –, 11 enthalten sich und 3 fehlen.

Am selben Abend stimmen die Finanzminister der Eurogruppe dem 3. Rettungspaket in Höhe von 86 Milliarden Euro zu.

17.08. Athen hat den Verkauf von 14 Regionalflughäfen an das deutsche Konsortium Fraport-Slentel für 1,23 Mrd. € formalisiert. Dies ist die erste Privatisierung der Regierung von Alexis Tsipras. 

19.08. Nach den Spaniern und den Österreichern, hat der Deutsche Bundestag am Mittwochmorgen dem dritten Hilfsplan für Griechenland, der 86 Milliarden € über drei Jahre erreichen kann, mit454 Ja von 585 Anwesenden zugestimmt.

20.08. In Griechenland stehen vorgezogene Neuwahlen an: Alexis Tsipras tritt zurück. Damit wird der Weg für Wahlen frei. Sie sollen am 20. September stattfinden. Bis dahin soll eine Übergangsregierung im Amt sein.

20.08. Myrto Theodorakis wird erneut ins Krankenhaus eingliefert. Sie leidet an einer Lungenentzündung.

Panagiotis Lafazanis

21.08. SYRIZA hat sich gespalten, und eine neue Partei wurde gegründet, genannt LAE (Volkseinheit). Ihr Vorsitzender ist Panagiotis Lafazanis und die Zahl der Abgeordneten, die darin mitwirken, beläuft sich zur Zeit auf 25.  Wie die Zeitungen melden, sei Mikis Theodorakis gebeten worden, eine wichtige Rolle darin zu spielen.

Résultat de recherche d'images pour "SPITHA"

22.08. Theodorakis selbst hat sich gestern an seine Kampfgenossen von SPITHA gewandt und seine Botschaft heute veröffentlicht. (Griechisches Original: http://www.mikistheodorakis.gr/el/writings/statements/?nid=5189)
Damit dürfte seine Antwort an Lafzanis wohl klar sein.

 25.08. In einem "Offenen Brief" schreibt Mikis Theodorakis an Panagiotis Lafazanis dass diejenigen, die "das System" von innen bekämpfen wollen, selbst "System" werden. Er bittet ihn, der "Volksfront, die heute die Würde unseres Volkes verteidigt" beizutreten. - Panagiotis Lafazanis antwortet anderntags, dass die Präsenz seiner "Volksunion" im Parlament nicht unvereinbar mit deren Präsenz in der Volksfront sei. "Ich werde nicht Tsipras werden", sagt er.