Theodorakis - Chronologie (XVII)

Sich selbst treu 2003 - 2004

 von Guy Wagner

 


 

2003


24.01. Auf die Kritiken zu den Kosten der Produktion von »Lysistrati« als Teil der Kultur-Olympiade, Kosten für die er nicht verantwortlich ist, reagiert Theodorakis indem er verbietet dass seine Werke während der Olympischen Spiele 2004 aufgeführt werden. Später kommt es zu einer gütigen Einigung.

26.01. Theodorakis beginnt eine lange Reihe von Rundfunksendungen auf Radio SKAI. Von Montag bis Freitag, 8.45 morgens, und am Sonntag um 10 morgens, diskutiert er über die historischen Ereignisse in Griechenland seit seiner Geburt im Jahre 1925.

30.01. Als heftiger und unversöhnlicher Gegner der Agressionspolitik von US-Präsident Bush & Co, - die er die »einzige Achse des Bösen« nennt -, verurteilt Theodorakis dbereits im Voraus jede Einmischung in den Irak, so wie er den Krieg in Afghanistan verurteilt hat. Er erklärt an der Massenveranstaltung, die weltweit am 15. Februar stattfindet, teilnehmen zu wollen.

Nein zum Krieg

 

15.02. Während der Veranstaltung gegen die Vorbereitung eines Krieges gegen den Irak, erklärt Theodorakis auf dem Syntagma-Platz: »Nach Jugoslawien, nach Palästina und nach Afghanistan hat nun die Stunde des Irak geschlagen. (...) In wenigen Jahren nur, ist es zum vierten Male, dass wir auf dem selben Platz versammelt sind, um unsere Opposition kundzutun gegen die Tätigkeiten und kriminellen Projekte der einzigen Supermacht.«

21.03. Trotz der weltweiten Protestbewegung bombardiert Bush Bagdad. Theodorakis veröffentlicht eine erste Erklärung: »Ich sehe Bush Schulter an Schulter mit Dschingis Khan, Attila und Hitler. (...) Der Hass der einfachen Menschen auf der ganzen Welt soll sich wie eine gewaltige Welle erheben und sie in der Schande ertränken.«

02.04. Theodorakis veröffentlicht eine zweite Erklärung:: »Wir sind Zeugen eines unaufhörlichen Massakers ohnegleichen an der Zivilbefvölkerung, das Tag und Nacht vor unsern entsetzten Augen abläuft... «

Thank you, Mr Bush!


09.04. In seiner dritten Erklärung, greift Theodorakis die Position der EU gegenüber der Agression US & GB im Irak, und wirft ihre eine »ungeheuerliche Haltung« vor, »die die moralischen Werte besudelt, von denen man annehmen dürfte, dass sie Europas Grundlage darstellen und auf denen nun die Union erweitert werden soll.«

05.-12.10. Das Volksorchester Mikis Theodorakis unternimmt eine erfolgreiche Australien-Tournee, die es nach Darwin, Perth, Adelaide, Sydney und Melbourne führt.

26.10. In einem Interview der Eleftherotypia am Sonntag, erklärt Theodorakis, dass er »Makronisos für immer in sich trage«. Mit den Konzerten, die er auf der Insel des Grauens und der Schande geben will, möchte er endlich »das Böse exorzisieren und die Folterer mit unseren Waffen, unserem geistigen Werk besiegen.«

Konzerte auf Makronissos


29 & 30.10. Mikis Theodorakis gibt auf Makronissos mit dem Orchester, das seinen Namen trägt, zwei Konzerte, die er Yiannis Ritsos widmet.

04.11. Während der Vorstellung seines neuen Buches Pou Na Vro Tin Psychi Mou (Wo werde ich meine Seele finden?, spricht Mikis Theodorakis auch das »Problem Israel« an.

11.11. Diese privaten Kommentare werden eine Woche später von der rechtsgerichteten Zeitung Apogevmatiniaufgegriffen und entstellt: Während Theodorakis von der Regierung Sharon gesagt hat, sie »nähere sich den Wurzeln des Bösen«, schrieb die Zeitung den Komponisten, er habe gesagt, die »Juden seien die Wurzel des Bösen«.

12.11. Trotz einer sofortigen Stellungnahme von Theodorakis wurde er als Antisemit. angegriffen. Es kam zu ungeheuerlichen Ausfällen gegen ihm, und selbst der US-Botschafter Thomas Miller der besser getan hätte zu schweigen, meinte erklären zu müssen: '»Es ist bedauerlich und traurig, dass ein Mann dieser Statur solche Kommenare abgibt.«.. Die Polemik, die monatelang andauerte, zählt zu den jämmerlichsten Kapiteln, die das Leben und Wirken Theodorakis' begleitet haben.

Ein mutiger und hoffnunsvoller Akt


01.12. Mikis Theodorakis begrüsst die Genfer Friedensinitiative als einen »mutigen und hoffnunsvollen Akt«.


2004


05.01. Theodorakis nimmt auf dem Syntagma-Platz an einer Großveranstaltung zugunsten des palästinensischen Volkes teil und ergreift das Wort.

15.03. Der neue Regierungschef, Costas Karamanlis der ebenfalls Kulturminister ist, empfàngt Mikis Theodorakis offiziell.

24.03. Das Haus auf Ikaria in dem Mikis Theodorakis im Exil lebte (1947 ff.) wird unter Denkmalschutz gestellt.

04.04. Zum Referendum auf Zypern vom 24. April 2004, ruft Mikis Theodorakis dazu auf, mit »NEIN« zu stimmen.

01.05. Der griechische Teil Zypern feiert seinen Beitritt in die EU und singt »Chryssoprassino Fyllo« von Mikis Theodorakis.

04.07. In Lissabon gewinnt Griechenland die Fussball-Europameisterschaft gegen Portugal (1:0). Die Hymne der griechischen Mannschaft wurde eigens von Theodorakis komponiert.

25.07. Premiere der Ode an Griechenland: »A Life Full of Greece« (Ein Leben ... Griechenland)von Mikis Theodorakis, deren Handlung zwischen 1950 und 1975 abläuft,

04.08. Der schwerkranke Theodorakis wird ins Spital eingeliefert. Nach Herzproblemen, muss er sich einer Operation zur Entferung der Gallenblase unterziehen (17.08.).

Ein Prachtwerk


07.08. Die Rio-Antirio-Brücke wird feierlich mit einem Konzert zu Ehren von Theodorakis eingeweiht.

13.08. Die neue Internet-Homepage für Mikis Theodorakis - deutsch, englisch, französisch, international - wird am Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele ihrer Bestimmung übergeben.

Zu den Klängen von "Sta Pervolia"


13.08. Während der prachtvollen Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele, erfolgt der Einzug der griechischen Athleten mit der Olympiaflagge auf die Musik  »Sta Pervolia« von Mikis Theodorakis. aus der »Ballade des toten Bruders und aus dem Ballett »Zorba« (Akt I, Szene 8: Tsifteteli)

15.08. Theodorakis sendet eine Dankesbotschaft an Guy Wagner und seinen Sohn Claude (grafix.fr) für die Verwirklichung der neuen Homepage.

27.08. Mikis Theodorakis wird aus dem »Evangelismos«-Spital entlassen.

Theodorakis während des Interviews


28.08. Die israelische Zeitung Ha'areth veröffentlicht ein langes Gespräch von Ari Shavit mit Mikis Theodorakis. Für die einen stellt es die Klärung dar, die sie erwartet hatten, andere fühlen sich bestätigt in ihrem Vorurteil, dass Theodorakis ein »Antisemit" ist.

29.08. Auf Vorschlag seiner Kommission für Kultur und Erziehung verleiht das IOK Mikis Theodorakiset den Olympiart-Preis.

07.11. Theodorakis veröffentlicht eine Erklärung zu FYROM, Zypern und die Türkei, die eine große Resonanz hat.

24.11. Theodorakis stellt sich an die Spitze einer Kampagne gegen Schusswaffen auf Kreta.

30.11. Der »Preis der Goldenen Pyramide«, eine sehr bedeutende ägyptische Auszeichung, wird Theodorakis verliehen.

Erfolgreiche CD


12.12. »Zorba« unter der Leitung von Charles Dutoit (DECCA) gehört nach der New York Times zu den besten CDs des Jahres 2004.