Konzert für Klavier und Orchester (1958)

von Guy Wagner


1948

Mikis am Klavier 1948

Das 1958 fertiggestellte Konzert für Klavier und Orchester bestätigt Theodorakis' Beherrschung neuer kompositorischer Techniken.

In diesem Werk geht es ihm un die Herstellung von Kontrasten zwischen der rhythmisch-dramatischen Progression einerseits und der melodischen Verinnerlichung andrerseits.

Die
besondere Originalität des Konzertes liegt allerdings darin, daß alle drei Sätze durch den Solisten eingeleitet werden, und zwar weist der Komponist dem Soloinstrument jedesmal die Doppelfunktion zu, den rhythmischen Impetus festzulegen und die melodische Expressivität zu veranschaulichen.

Das Thema des auf der lydischen Skala beruhenden ersten Satzes »Allegro ma non troppo« wird von den Holzbläsern aufgegriffen und variiert, während die Streicher, außer den ersten Violinen, die ebenfalls die Melodie tragen, die Rhythmik durchführen.

Die Melodik, vor allem im zweiten Satz »Andante«, greift griechische Traditionen auf und verarbeitet sie auf ebenso originelle wie feine und klugsinnige Art. Der in drei Systemen notierte Part des Klaviers besteht aus drei sich überlagernden Klangebenen.

Die Solopartie im abschließenden Rondo-Finale verlangt vom Pianisten vor allem wegen der vollgriffigen Akkorde große Virtuosität. Besonders auffallend ist der Verzicht auf die Schlaginstrumente, so daß das Klavier diese Funktion allein ausfüllt.


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