Mikis Theodorakis weist Antisemitismus-Vorwurf zurück


Der griechische Komponist und Musiker Mikis Theodorakis hat sich «fassungslos» über Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihn gezeigt. Er habe sich stets auf die Seite der Schwachen gestellt, zu denen auch das israelische Volk gehöre, sagte Theodorakis am Freitag in einem Interview mit dem Griechischen Programm der Deutschen Welle «DW-Radio». «Es kann sein, dass bestimmte Menschen einen günstigen Moment für sich gesehen haben, mich anzugreifen.» Er sei stets für die friedliche Koexistenz der Völker eingetreten und habe Anfang der Siebzigerjahre zwischen Israelis und Palästinensern vermittelt. Doch genau aus diesem Grund sei er «radikal» gegen die Politik von Israels Premierminister Ariel Scharon.

Diese Positionen würden nun offenbar mit Absicht auf das gesamte israelische Volk bezogen, «das ich bewundere und dem ich meinen Respekt bezeuge», so Theodorakis wörtlich. Dem Künstler wird vorgeworfen, er habe bei einer Athener Buchvorstellung erklärt, dass die Juden die «Quelle des Bösen» seien. In Israel brach daraufhin ein Sturm der Entrüstung los. Der israelische Justizminister Josef Lapid forderte am Donnerstag von dem Komponisten eine förmliche Entschuldigung. «Ihre Worte sind reiner Rassismus in der Tradition der Nazis», schrieb er in einem offenen Brief in der Tageszeitung «Jedijot Achronot».

Der 78-jährige Theodorakis komponierte unter anderem die Musik zu dem Film «Alexis Sorbas» (1964) sowie die «Ballade von Mauthausen». Griechische Musik ist in Israel sehr beliebt, weil sie eine Brücke zwischen orientalischen und europäischen Klängen darstellt.

kvo/cas

Bonn 14.11.03 16:18 (Katholische Nachrichtenagentur KNA)
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