Romancero Gitano

Federico Garcia Lorca


Kurz vor dem Putsch der Obristen vollendet Mikis Theodorakis die Vertonung des Romancero Gitano (1967) auf Texte von Federico Garcia Lorca, die Elytis kongenial ins Griechische übersetzt hat. Mit diesem Zyklus erreicht der Komponist eine Universalität und Allgemeingültigkeit, die ihre Krönung im Canto General eines anderen verfolgten Dichters finden: Pablo Neruda..

Der prophetische Text über die Gefangennahme und Ermordung des Freiheitskämpfers Antonio el Camborio wird durch einen Dichter gestaltet, der 1936 selbst ermordet wurde, und durch einen Komponisten vertont, der selbst wenig später, am 21. August 1967, verhaftet wuirde und Gefahr lief, selbst von seinen Häschern ermordet zu werden.

Im Romancero Gitano verbindet Theodorakis spanischen und griechischen Melos auf einmalige Art; es vereinen sich sozusagen zwei Ströme, und ihre melodische Kraft und rhythmische Intensität werden zu einer Osmose, die Voraussetzung für ihre Aussagekraft ist.

Der Romancero Gitano wurde so zu einem der intensivsten Zyklen des Komponisten, und seine Melodien sind von einer erschütternden Intensität und einer seltenen Ausdruckskraft.

Es wundert daher auch nicht, dass der Komponist sein Leben lang darauf zurückgekommen ist. 1982 hat er eine Fassung davon hergestellt, der er den Titel Lorca gab und die er für Altstimme, Sologitarre und großes Orchester schrieb. 1995-96 komponierte er seine Rhapsodie für Gitarre und Orchester auf der Grundlage dieser Gesänge, und 1999 ist die Melodie von "Soledad " (Pandermi) in seine letzte lyrische Tragödie eingegangen, die auch die menschlichste ist: Antigone. Hier wurde Teil des hymnischen Schlussgesanges der rührenden Heldin.


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