Ein Abend voller Wärme

Maria Farantouri in Mondorf

 

Maria Farantouri und ihre Musiker im "Casino 2000" (Digitalphoto Guy Wagner)

Wegen Glatteis war im vergangenen Winter das geplante Konzert mit Maria Farantouri abgesagt worden; am Montag abend wurde das Publikum mehr als entschädigt.

Zwanzig Jahre nach ihrem letzten Auftritt in Luxemburg stand Maria Farantouri am Montag mit ihren Musikern auf der Bühne des Casino 2000 in Mondorf: ein Konzert, bei dem wirklich alles stimmte.

Der Saal: für so manchen Geschmack ein bißchen zu mondän, nach der Art eines Casinos eben. Aber mit einer überraschend guten Akustik. Vielleicht lag es auch an den Tontechnikern, die das Gleichgewicht zwischen den Instrumenten ausgezeichnet getroffen haben.

Das Publikum: zum großen Teil Liebhaber der griechischen Musik, die sich dieses Rendez-vous mit der idealen Interpretin der Musik von Mikis Theodorakis, aber auch Manos Chatzidakis und anderen griechischen Komponisten nicht entgehen lassen wollten. Ein begeisterungsfähiges Publikum also, das an dem Abend zunehmend zufriedener wirkte.

Ein ausgezeichnetes Orchester

Die Musiker: Mit Henning Schmiedt am Klavier und Jannis Zotos (Gitarre, Bouzouki und Vocals) zwei Protagonisten der Konzerte von Mikis Theodorakis und Maria Farantouri. Zusammen mit Martin Lilich (Kontrabaß), Ulli Moritz (Percussion), Jens Naumilkat (Cello) und Volker Schlott (Saxophon, Flöte) ein perfekt aufeinander abgestimmtes Orchester.

Die Sängerin: Maria Farantouri hat eine ganz besondere Ausstrahlung. Eine wunderbare Stimme, eine starke Persönlichkeit: Sie legt all ihre Energie in die Lieder, bei denen der Text mindestens ebenso wichtig ist wie die Musik.

Es sind keine Massenlieder, sondern Vertonungen griechischer Dichtung. Maria Farantouri interpretiert sie nicht nur, sie fühlt diese Musik und kann das Emotionale auch dem Publikum vermitteln. Sie ist eine ganz außergewöhnliche Künstlerin.

Das Programm: Nicht nur Theodorakis-Lieder, sondern auch Rebetiko und einige Songs von Manos Chatzidakis. Das Publikum erlebte eine neue Maria Farantouri, mit neuen Liedern und einem neuen Programm. Zur Freude des Publikums auch mit einigen der schönsten Theodorakis-Songs und, aus den Kampfliedern: Für Nichtbefolgung des Reglements.

Die Atmosphäre des Abends: Sie hätte kaum besser sein können. Ein aufmerksames Publikum, Musiker, denen das Konzert sichtlich Spaß machte und zwei Stunden wunderbare Musik, aufgeteilt in zwei Sets. Die obligaten Standing ovations gab es am Schluß, Blumen für Maria Farantouri und mehrere Zugaben.

Wie gesagt: ein Konzert, bei dem wirklich alles stimmte.

 

© Rita Brors, tageblatt (Luxembourg), 8.5.1998

Portrait Maria Farantouri (F,D,E) | Concert Tour "Poetica" | Echos zur Konzerttournee "Poetica" | New Concert Tour "Asmata" | Interview Farantouri (D) - (F) | Theodorakis Concerts | Index | Farantouri Page bei "Pläne" Records