Les
Eluard - Epitaphios
von
Nena Venetsanou


Nena Venetsanou & Yannis
Ritsos |
Welche
eigenartige Entsprechungen bilden doch die Lieder von Eluard
und Epitaphios, die zum ersten Mal erneut vereinigt sind
seit 1958, dem Zeitpunkt, zu dem sie in Paris in Musik umgesetzt
worden waren.
Die Lieder von Eluard entglitten heimlich, mit einigen Anklängen
an Axion Esti und Canto General, in denen man das
Echo einer entfernten musikalischen Welt hört, eines unbekannten
Wendekreises, diskret und zerbrechlich, dorthin, wo alles, was nachvibriert,
der Zukunft angehört.
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Epitaphios,
in strahlendem Licht, stellt die Anerkennung des Komponisten dar und
bleibt Angelpunkt des zeitgenössischen griechischen Liedes.
Eine gleichzeitig geheime und sichtbare Quelle eines selben Flusses,
der sich in mehrere Nebenflüsse verzweigt hat.
Ich
erkenne die Melancholie, die von den Liedern Eluards ausgeht,
und ebenso die Erhebung der Seele im Epitaphios, die vom Tode
gefordert wird.
Ich weiß wie groß die Einsamkeit des Dichters ist, der zur
absoluten Freiheit hinstrebt, freiwillig sich an der Seite der Liebe
einreihend.
Die Musik von Mikis Theodorakis hat ein ganzes Volk aufbrechen lassen
zur Freiheit, zur Lebensfreude, zum Kampf. Wie ein Fluss hat sie ganz
Griechenland überschwemmt, und alles ist dank der Lieder verständlicher
geworden.
Das Lied, Verbündeter und Verbreitungsmittel der Dichtung. Das
Lied im Dienst eines durchdachten Gedankens. Das Lied, das nicht zu
den Träumen zurückkehrt, aber sie heraufbeschwört, so
wie es unsere Wünsche und unsere innigsten Aspirationen hervorruft.
Das Lied, das ruft: Macht Platz,
"Alles ist neu"
"Alles ist Zukunft"
Das Lied, geschrieben aus einer inneren Gewissheit heraus, Trägerin
des Vertrauens, geteilt wie gesegnetes Brot im Unglück der Menschen,
das sich zur Stütze machte, um den Trauergesang eines nackten Herzens
zu begleiten.
Heute widerspiegeln Tausende von Bildern das Licht und seine blendende
Leidenschaft.
Heute
weiß ich wie es damals war! Das Grauen für die Künstler!
Exil, Gefängnis, Umherirren, Einsamkeit inmitten einer Menge, die
sich bemühte,... ihre Geschichte zu vergessen, mittels Gesetzen
und gestrengsten Regelwerk, im selben Augenblick, als sie dabei war,
ihre Freiheit zu gewinnen.
© Nena Venetsanou -
Dt. Übersetzung ©
Guy Wagner

Theodorakis zur CD-Edition - Paul
Eluard - Yannis Ritsos - Version française
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